Bei Aufenthalten in China oder Vietnam wird manch deutscher Internetnutzer überascht festgestellt haben, dass Webseiten wie Facebook, Twitter oder YouTube gesperrt sind und wegen der dortigen Internetzensur nicht aufgerufen werden können. Hier findet sich eine Anleitung zur Umgehung dieser Sperren:

Internetzensur umgehen

Laut den Reportern ohne Grenzen gibt es derzeit schon "12 Feinde des Internets" - Ägypten, Burma, China, Iran, Kuba, Nord-Korea, Saudi-Arabien, Syrien, Tunesien, Turkmenistan, Usbekistan sowie Vietnam - und leider zensieren oder kontrollieren immer mehr Länder den Internetverkehr. Selbst in Deutschland wurde bereits über Internetsperren und Vorratsdatenspeicherung diskutiert.


Glücklicherweise gibt es mehrere Möglichkeiten um diese Kontrollen und die Internetzensur zu umgehen. Am einfachsten, schnellsten und vor allem kostenlos ist es, Proxyseiten zu benutzen. Diese laden blockierte Webseiten über Skripte wie Glype, CGIProxy oder PHProxy und zeigen diese in einem Fenster auf der Proxyseite an. Allerdings reduziert diese Variante die Übertragungsgeschwindigkeiten und die kostenlose Verfügbarkeit wird häufig durch penetrante Werbung finanziert. Zudem kann man davon ausgehen, dass die Betreiber solcher Proxyseiten die übertragenen Daten einsehen können und sollte deshalb keine sensiblen Informationen darüber übermitteln. Angeblich gab es schon Betrüger, die spezielle Proxyseiten betrieben haben, um darüber an Kreditkartendaten, Passwörter und Zugangsdaten zu Onlinebanking- oder Zahlungsdiensten wie zum Beispiel PayPal zu gelangen. Am besten sollte man Proxyseiten also nur zum reinen Surfen oder Chatten verwenden. Eine ständig aktualisierte Liste mit funktionierenden Proxyseiten findet sich auf www.proxy.org.


Inzwischen gibt es jedoch auch "Premium-Anbieter" wie etwa SecuriTales, die auf Werbung verzichten und bessere Proxyserver mit höheren Geschwindigkeiten anbieten. Für Testzwecke steht ein kostenloser "FREE TRIAL"-Zugang zur Verfügung, der 10 Minuten unbeschränkten Zugang ohne Anmeldung oder Eingabe von Daten ermöglicht, doch natürlich sind diese Vorteile nicht dauerhaft kostenlos zu haben und daher kostet ein Premium-Zugang normalerweise rund 6 bis 8 US-Dollar pro Monat.


Sicherer, aber mit zusätzlicher Software

Eine sicherere und ebenfalls kostenlose Lösung ist der Einsatz von Software wie Spotflux, Cocoon, Ultrasurf, GPass, FreeGate, Your Freedom, Hopster, Freenet, TOR (The Onion Router), JAP (Java Anon Proxy), Hotspot Shield oder HideMyIp. Diese leiten den Datenverkehr über mehrere "Mixe" (Anonymisierende Zwischenstationen), die die eigenen Daten mit den Daten anderer Teilnehmer vermischen und an weitere Mixe weiterleiten, bis die irgendwann wieder entschlüsselte Anfrage über einen Cache-Proxy an das eigentliche Ziel gesendet wird. Dadurch ergeben sich natürlich auch wieder langsamere Verbindungsgeschwindigkeiten und man muss den eigenen Browser umkonfigurieren, damit er die Anfragen auch wirklich über die Mixe und Mix-Kaskaden leitet.


Die beste Lösung: Schnell und ohne Software-Download oder Werbung

Die Nachteile aller zuvor genannten Lösungen lassen sich umgehen indem man eine VPN-Verbindung nutzt. Dazu ist keine zusätzliche Software nötig, es müssen keine Anpassungen an Programmen vorgenommen werden (da der gesamte Datenverkehr unabhängig von Protokollen etc. automatisch über die verschlüsselte VPN-Verbindung übertragen wird) und man muss auch fast keine Einbußen bei der Verbindungsgeschwindigkeit hinnehmen. Oftmals kann diese durch optimales Routing sogar noch verbessert werden!
Weil man durch die Verbindung zu VPN-Servern in bestimmten Ländern zudem Zugriff auf (Musik-) Videos, Filme und Fernseh-Live-Streams (wie zum Beispiel Zattoo, Hulu oder Spotify) bekommen kann, gelten VPN-Accounts teilweise sogar als Geheimtipp unter Reisenden, Film- und Musikfans. Der einzige Nachteil besteht darin, dass VPN-Zugänge meist rund 5 bis 10 Euro pro Monat kosten und man so für Komfort und Sicherheit zahlen muss. Die Angebote und Preise der verschiedenen VPN-Anbieter kann man hier vergleichen.



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